Donnerstag 19. Oktober 2017

Inhalt:

Martin Lieb, Unternehmer

 

 

 

 


» Was hat Sie motiviert, wieder in die Kirche einzutreten?

 

Ich wurde von meinen Freunden gefragt, ob ich der Taufpate ihres kleinen Sohnes werden möchte. Das wollte ich gerne, aber dazu gehört nun einmal, dass man in der Kirche ist. Diese Frage meiner Freunde war also der Anlass für mich, einen Wiedereintritt zu überlegen: Ich habe mich dafür entschieden.

 

» Was waren die nächsten Schritte?

 

Ich habe ein Gespräch mit Toni Faber geführt. Wir haben über die Gründe gesprochen, warum ich damals aus der Kirche ausgetreten bin. Ich bin auf Verständnis gestoßen und so war der Weg frei für mich zurück in die Kirche.

 

» Warum sind Sie damals aus der Kirche ausgetreten?

 

Weil mir der Umgang mit sexuellem Missbrauch und den Betroffenen zur Zeit Kardinal Groërs menschenverachtend und bösartig vorkam. Nächstenliebe, die für mich das zentrale an der christlichen Botschaft ist, hatte keinen Platz mehr, wurde von der Kirche nicht mehr gelebt.

 

» Hat sich an dem, was Sie damals gestört hat, etwas verändert?

 

Ja. Vor allem der Umgang mit den jüngsten Missbrauchsskandalen war positiv und vorwärts gerichtet und das hat mir meinen Schritt, wieder einzutreten, sehr erleichtert. Die Kirche hat dazu gelernt, natürlich ist es noch nicht perfekt, aber ich konnte mich mit dem Vorgehen identifizieren. Ich finde auch, dass die österreichische römisch-katholische Kirche die Botschaft der Nächstenliebe heute sehr viel glaubwürdiger lebt, als noch zu der Zeit, als ich ausgetreten bin.

 

» Was ist die Kirche heute für Sie?

 

Die Kirche ist für mich eine Heimat geworden, in der ich mich wohl fühle. Das habe ich auch beim Wiedereintritt gespürt. Dabei zu sein ermöglicht mir vor allem auch, Verantwortung für den Kleinen zu übernehmen. Mir ist der Bub so wichtig: dass er eine gute Erziehung bekommt, dass ich für ihn da sein und ihn durchs Leben begleiten kann. Das kann ich alles als Taufpate. Klar ist: Ich werde nicht zum Superkatholiken mutieren. Das habe ich Toni Faber aber gleich gesagt – und das hat auch niemand von mir verlangt.

 

 

 



 

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