Mittwoch 24. Mai 2017

Inhalt:

Wolfgang Schneider, Generalmajor in Ruhe

 









» Was hat Sie motiviert, wieder in die Kirche einzutreten?

 

Beruf, Karriere, Erfolg – Ich habe mich plötzlich gefragt, ob das nun alles im Leben gewesen ist. Die Fragen nach dem "Woher?" und dem "Wohin?" haben mich einfach nicht mehr losgelassen. Ich habe gespürt, dass mir etwas Wesentliches im Leben fehlt. Da ich meinen Glauben nie verloren hatte, auch während der Zeit des Kirchenaustritts nicht, wollte ich mich neu auf die Suche nach Gott machen.

 

» Was waren die nächsten Schritte?

 

Zufällig hatte ich beruflich in Göttweig zu tun. Da habe ich das Plakat für das Wochenende „Ausgetreten und trotzdem gläubig" gesehen, das mich stark angesprochen hat. Diese drei Tage wurden dann zu einer entscheidenden Markierung auf meinem Weg zurück in die Kirche.

 

» Warum sind Sie damals aus der Kirche ausgetreten?

 

Weil ich voll in meinem Beruf aufgegangen bin. Die Kirche war einfach nicht mehr so wichtig und als ich dann noch jährlich Kirchenbeitrag bezahlen sollte, beschloss ich, dass die Mitgliedschaft für mich nicht notwendig ist. An meinem persönlichen Glauben hat das nie etwas geändert: Ich bin gläubig erzogen worden, war als Kind Ministrant und in der Kirche immer gut aufgehoben. Die Erinnerung an diese Erfahrungen hat mich dann auch wieder in die Kirche zurück geführt. Womit ich nie ein Problem hatte waren die Fehltritte einzelner Verantwortlicher der Kirche, denn das passiert in jeder Organisation.

 

» Was haben Sie in der Kirche gefunden, das Ihnen bei Ihrer Suche nach Gott hilft?

 

Vor allem in den Klöstern und Stiften habe ich etwas gefunden, das uns in unserer Gesellschaft völlig abhanden gekommen ist: Ruhe und Stille. Ich erlebe, dass ich Gottes Anruf spüren kann, wenn ich ruhig werde, wenn ich in die Stille gehe. "Luxus Stille" – das ist der Schatz, den ich persönlich in der Kirche gefunden habe. Heute ziehe ich mich mehrmals im Jahr für einige Tage in ein Kloster zurück. Was ich dort bekomme, können mir alle Möglichkeiten und Errungenschaften unserer modernen Gesellschaft nicht geben.

 

» Was ist die Kirche heute für Sie?

 

Die Kirche ist für mich ein Leuchtturm. Sie gibt mir ein Ziel und Orientierung selbst dort, wo es nebelig auf meinem Weg wird. Außerdem ist sie meiner Ansicht nach die letzte Institution, die dem Menschen die Möglichkeit gibt, das wirklich Wesentliche des Lebens wieder zu finden: Gott und dann einen persönlichen inneren Frieden. Viele Menschen sagen, es geht um den Frieden in der Welt. Ich denke, es geht zuerst um den Frieden in der eigenen Seele – dann kann er auch in der Welt sein.



 

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