Donnerstag 29. Juni 2017

Inhalt:

Jakob Glashüttner, ehem. szenischer Produktionsleiter der Grazer Oper

 

Jakob Glashüttner, ehem. szenischer Produktionsleiter der Grazer Oper







» Was hat Sie motiviert, wieder in die Kirche einzutreten?

 

Die Initialzündung ging von Papst Benedikt XVI. aus, den ich vor einigen Jahren bei einer Rede im Fernsehen gehört habe. Seine Worte haben mich elektrisiert: Sie waren authentisch und intelligent. Ich wollte mehr wissen, ich habe gespürt, dass ich mich mit der Gottesfrage nochmals auseinandersetzen will. So habe ich mir Bücher von Joseph Ratzinger gekauft und begonnen, zu lesen. Das Wissen über Gott und die Kirche, das ich von ihm gelernt habe, hat in mir eine tiefe Sehnsucht geweckt, dabei zu sein.

 

» Was waren die nächsten Schritte?

 

Für mich war und ist der rationale Zugang sehr wichtig. Deshalb habe ich mich in den Büchern intensiv mit dem christlichen Glauben auseinander gesetzt: Mit Jesus, seinem Leben und seiner Bedeutung, dem Petrusamt, dem Lehramt der Kirche und ihrer Hierarchie, mit dem universalen, allumfassenden Wesen der katholischen Kirche, mit der Beziehung des Menschen zu Gott und dem Glauben an die Auferstehung. Für mich war bald klar: Ich möchte dieses Ja zu Jesus Christus in seiner Gemeinschaft, der Kirche, mit all seinen Konsequenzen leben. Dann bin ich zu einem Priester in meiner Diözese Graz-Seckau gegangen und habe ihm gesagt, ich möchte dabei sein. Das war eines meiner schönsten Gespräche.

 

» Warum sind Sie damals aus der Kirche ausgetreten?

 

Ich bin ein geprägter 68er und als ich jung war, war das Augenmerk nicht so sehr auf Jesus Christus und das Reich Gottes gerichtet, sondern auf die Welt. Ich habe die Kirche so wahrgenommen, wie sie schon damals in den Medien dargestellt wurde: ermüdet, lau, nicht relevant. Insofern war der Austritt für mich kein großes Thema. Was mich aber schon lange vor der Idee, in die Kirche einzutreten, beschäftigt hat, war die Frage: Was kann mir die Welt bieten, kann sie wirklich mein letztes Ziel sein?

 

» Was ist die Kirche heute für Sie?

 

Vor allem eines: die Kirche Jesu Christi. Die Gemeinschaft innerhalb der Kirche ist mir ganz wichtig geworden, ich erlebe sie beim gemeinsamen Feiern des Gottesdienstes als mystischen Leib, als Einheit. Die Kirche ist für mich der wirkliche Weg hin zu Christus in seinem ganzen Erlösungswerk, nicht einfach eine moralische Anstalt oder etwas dergleichen. Ich spüre, da wächst etwas in mir, das zum größten Abenteuer meines Lebens wird – das würde ich gerne weiter schenken.

 

Meine Kirche
Pfarren in meiner Nähe

Hier finden Sie alle römisch-katholischen Pfarren in Österreich. Geben Sie dazu einfach die Adresse in das obere Suchfeld ein, in deren Umkreis Sie eine Pfarre finden wollen.
http://www.eintreten.at/